Für Vermieter · Mietrecht · Kündigung vorbereiten
Vermieterkündigung vorbereiten: Unterlagen und nächste Schritte
Sie möchten ein Wohnraummietverhältnis beenden und die anwaltliche Prüfung vorbereiten? Ordnen Sie Mietvertrag, Kündigungsanlass und bisherigen Schriftverkehr. Hier erfahren Sie, welche Angaben und Belege für die Besprechung hilfreich sind.
Vor dem ersten Gespräch
Vertrag, Anlass und Zeitablauf zusammenstellen
Beginnen Sie mit dem vollständigen Mietvertrag und allen Nachträgen. Notieren Sie, wer Vermieter und Mieter ist, welches Mietobjekt betroffen ist und wann der Wohnraum überlassen wurde. Ergänzen Sie, warum Sie das Mietverhältnis beenden möchten.
Erstellen Sie anschließend eine kurze Chronologie mit Datum, Ereignis und zugehörigem Beleg. Trennen Sie eigene Beobachtungen, Mitteilungen anderer Personen und noch ungeklärte Punkte.
Für die rechtliche Einordnung von Kündigungsart, Begründung, Form und Frist finden Sie die anwaltliche Prüfung einer Kündigung durch den Vermieter auf unserer Beratungsseite.
Rechtliche Einordnung
Unterlagen ersetzen keine Prüfung der Kündigungsart
Für eine ordentliche Wohnraumkündigung benötigt der Vermieter grundsätzlich ein berechtigtes Interesse nach § 573 BGB. Sonderfälle, etwa § 573a BGB und § 549 Absatz 2 und 3 BGB, sind gesondert zu prüfen. Bei einer fristlosen Kündigung gelten andere Voraussetzungen.
Die Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses bedarf nach § 568 Absatz 1 BGB der schriftlichen Form. Kündigungsart, erforderliche Begründung, Frist und Zugang werden anhand des konkreten Mietverhältnisses geprüft.
Ihr Ziel für das Gespräch
Welche Entscheidung möchten Sie vorbereiten?
Notieren Sie, welches Ergebnis Sie anstreben: die Vorbereitung eines Kündigungsschreibens, die Prüfung einer bereits erklärten Kündigung oder die Einordnung einer Antwort des Mieters. Halten Sie außerdem fest, welche Termine bereits genannt wurden und welche Belastungen für Sie bestehen.
Kennzeichnen Sie fehlende Unterlagen ausdrücklich. Eine unvollständige Unterlagensammlung ist kein Grund, eine notwendige Fristenprüfung aufzuschieben. Im Gespräch lässt sich klären, welche Informationen zuerst benötigt werden und welche Kosten mit dem weiteren Auftrag verbunden wären.
Bringen Sie einen vorhandenen Entwurf mit und kennzeichnen Sie ihn als Entwurf. Beschreiben Sie den Anlass und Ihren gewünschten zeitlichen Ablauf.
Ordnen Sie Kündigungsschreiben, Versandbeleg und Reaktionen nach Datum. Geben Sie an, ob weitere Schreiben oder gerichtliche Unterlagen eingegangen sind.
Legen Sie die vollständige Antwort einschließlich Anlagen vor. Notieren Sie, welche Tatsachen bestritten werden und welche Fragen Sie im Gespräch klären möchten.
Rechtsrahmen
Die Prüfung folgt Mietvertrag, Verlauf und Belegen.
Die folgenden Normen markieren den rechtlichen Rahmen. Ob und wie sie im Einzelfall greifen, hängt von Vertrag, Sachverhalt, Belegen und dem gewünschten Ergebnis ab. Die anwaltliche Letztkontrolle bleibt erforderlich.
Ablauf der Prüfung
So bereiten Sie das Gespräch vor.
Beginnen Sie mit dem vorhandenen Material. Es geht darum, den Sachverhalt nachvollziehbar zu machen und dringende Fragen früh zu erkennen.
Unterlagen und Ablauf sichern
Sammeln Sie Vertrag und Nachträge, relevante Schreiben und Belege. Ordnen Sie diese nach Datum und ergänzen Sie eine kurze Übersicht zum Kündigungsanlass.
Offene Punkte benennen
Notieren Sie Widersprüche, fehlende Dokumente und bereits gesetzte Termine. Teilen Sie mit, ob eine Kündigung erst geplant oder bereits zugegangen ist.
Auftrag und nächsten Schritt besprechen
Besprechen Sie mit der Kanzlei Ihr Ziel, den gewünschten Prüfungsumfang und die Kosten. Daraus lässt sich ableiten, welche Unterlagen ergänzt und welche nächsten Schritte geprüft werden sollen.
Was Sie bereithalten sollten
Gute Unterlagen machen die erste Entscheidung schneller.
Für die erste Einschätzung muss noch nicht jede Einzelheit abschließend geklärt sein. Wichtig ist, dass Vertrag, zeitlicher Ablauf, Kommunikation und wirtschaftliches Ziel nachvollziehbar werden.
FAQ
Kurze Antworten vor der Prüfung.
Welche Unterlagen sollte ich zuerst zusammenstellen?
Beginnen Sie mit Mietvertrag, Nachträgen und dem bisherigen Schriftverkehr. Ergänzen Sie eine kurze Chronologie und die Belege zu Ihrem Kündigungsanlass.
Was gehört in die Übersicht zu Zahlungsrückständen?
Stellen Sie fällige Beträge, Zahlungstermine und tatsächliche Eingänge gegenüber. Legen Sie Zahlungsbelege und Einwände des Mieters bei; markieren Sie ungeklärte Positionen.
Was ist für ein Gespräch über Eigenbedarf hilfreich?
Notieren Sie, wer die Räume nutzen soll, weshalb die Nutzung geplant ist und ab wann. Bringen Sie vorhandene Unterlagen und konkrete Fragen mit.
Was sollte ich bei einer bereits versandten Kündigung mitbringen?
Wichtig sind die tatsächlich versandte Fassung, vorhandene Versand- und Zugangsnachweise sowie alle Antworten. Auch gerichtliche Schreiben und darin genannte Termine sollten vorliegen.
Kann ich mich auch mit unvollständigen Unterlagen melden?
Ja. Benennen Sie beim Kontakt, welche Unterlagen fehlen und ob bereits Termine oder gerichtliche Schreiben vorliegen. Warten Sie mit einer notwendigen Fristenprüfung nicht auf eine vollständige Sammlung.
Rückrufservice
Ihre Vorbereitung zur Vermieterkündigung besprechen.
Schildern Sie kurz, was passiert ist und welches Ergebnis Sie erreichen möchten. Die Kanzlei meldet sich zur Einordnung der nächsten Schritte.
Rückruf anfordern
Nutzen Sie das Kübler-Formular für eine erste Einordnung.